Luftbrücke Frankfurt-Berlin 1948-1949 e.V.
Luftbrücke Frankfurt-Berlin1948-1949 e.V.

Geschichte der Luftbrücke / HISTORY of the Airlift

April 1948

Erstmals werden Güterzüge aus Deutschland an der Grenze zum sowjetisch besetzten Gebiet an der Weiterfahrt gehindert.

General Lucius D. Clay, der Amerikanische Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone, stellt klar:

"Nur durch Krieg können die Amerikaner gezwungen werden, Berlin aufzugeben."

Am Brandenburger Tor und anderen Übergangsstellen von den sowjetischen zu den

westlichen Sektoren stehen sowjetische Soldaten und stoppen jedes Fahrzeug, das

die Sektorengrenze überquert. Die Menschen sind unruhig. Zu keiner Zeit lag ein

Krieg so greifbar in der Luft.

24.6.1948

Was niemand für möglich gehalten hätte, geschieht. Die sowjetische Besatzungsmacht

verhängt die totale Blockade über West-Berlin. Alle Strassen sind gesperrt, die Züge

werden angehalten und sogar der Strom wird abgestellt.

Die Westsektoren von Berlin sind nur noch per Flugzeug über die schon 1945 durch den

Alliierten Kontrallrat geschaffenen Überflugsrechte durch drei Luftkorridore Hamburg-Berlin, Hannover-Berlin und Frankfurt-Berlin zu erreichen.

General Lucius D. Clay reagiert sofort:

Er gibt unter eigener Verantwortung den Befehl: wir versorgen Berlin durch die Luft,

auch der Oberbefehlshaber der amerikanischen Luftstreitkräfte Lieutenant General Curtis E. LeMay in Europa (USAFE) unterstützte seinen Plan. So war die Luftbrücke, später nannte Brigadier General Joseph Smith sie "Operation Vittles", "da wir Futter fliegen", geboren. General Clay telefonierte mit LG LeMay: "Curt, kannst Du auch Kohle mit deinen Flugzeugen bringen". Die Antwort: "Sicher, wieviel willst du haben". "Soviel du bringen kannst". Die 61st Troop Carrier Group (Truppentransporteinheit)  die auf der Rhein Main Airbase in Frankfurt stationiert war, nahm die Luftversorgung Berlins mit ihren 25 C-47 Maschinen auf.

26.6.1948 Die Luftbrücke beginnt: Die ersten zweimotorigen DC 3 landen auf dem Flughafen Tempelhof in Berlin. 80 Tonnen Versorgungsgüter werden an diesem Tag von Frankfurt und Wiesbaden durch die US Airforce nach Berlin geflogen. General Clay ermittelt für die 2 Millionen Einwohner im blockierten Berlin einen täglichen, lebensnotwendigen Güterbedarf von 5.000 Tonnen. Die vorhandenen DC-3 Maschinen können aber nur 5 Tonnen transportieren. Aus der ganzen Welt werden deshalb verfügbare Transportmaschinen, vorrangig viermotorige DC-4 Maschinen mit 13 Tonnen Nutzlast, nach Frankfurt beordert. Diese  Maschinen prägen auch später, von den Berlinern stolz "Rosinenbomber" genannt das Bild der Luftbrücke. Nachdem Lieutenant General William H. Tunner, der sein Hauptquartier in der Taunusstrasse 11 in Wiesbaden hatte, die Organisation übernahm, waren täglich 228 DC-4 Maschinen 3mal, bei gutem Wetter 4 mal täglich Frankfurt-Berlin und zurück, unterwegs. Im 440 km langen Luftkorridor von Frankfurt nach Berlin waren 32 Maschinen gleichzeitig unterwegs.

 

 

 

9.September1948   Ernst Reuter der Bürgermeister von Berlin hält vor 300.000 Berlinern vor dem Reichstag seine berühmte Rede mit den Worten:

"Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt und erkennt, daß ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht könnt!"

Die französische Besatzungsmacht hat mit Hilfe der Amerikaner und mit großem Einsatz von 19.000 Helfern aus der Berliner Bevölkerung in nur drei Monaten in der Jungfernheide bei Tegel, einen neuen Flugplatz gebaut. Dies war die Geburtsstunde vom Flughafen Tegel.

Die Engländer beteiliten sich über ihren Militärflughafen Gatow ebenfalls an der Luftbrücke,

"Operation Plainfare" genannt, Auf der Havel und auf dem Wannsee wasserten ihre Flugboote.

Insgsamt standen den somit 3 Berliner Flughäfen, 11 an der Luftbrücke beteiligten Flughäfen in der alliiert besetzten Zone gegenüber.

Im Kontrollturm der Frankfurter Airbase hiess es: Wir starten alle 4 Minuten eine Maschine nach Berlin, die Frankfurter Strassenbahn fährt nur alle 20 Minuten.

Die Flugzeuge in den drei  Korridoren von und nach Berlin waren aufgereiht wie auf Perlenschnüren, wenn eine der Maschinen, wegen Problemen im Anflug auf Berlin, nicht landen konnte, mußten sie ihre Fracht wieder zurückbringen, weil sie sich nicht erneut in die Reihe der enfliegenden Maschinen einreihen konnten.

Auch des öfteren wurden die Piloten von sowjetischen Flugzeugen behindert. Piloten haben mir versichert, daß sie des oft von ihren "Sowjetkollegen begleitet wurden".

Zu den bekannteren Piloten der Berliner Luftbrücke gehört der junge Lt. Gail S. Halvorsen.

Er flog seine C-54 Flugzeug von Frankfurt nach Berlin. Während des Abladens seiner Maschine sah er einige Kinder am Zaun des Flughafens stehen. Er ging an den Zaun und

wollte mit den Kindern sprechen. Die vielen Kriegsjahre mit all der Not hatten ihre Spuren bei den Kleinen hinterlassen. Gail hatte nur 2 Kaugummi in seiner Tasche. Er brach sie auseinander und gab sie den Kindern und sagte sie sollen teilen.  Das bißchen Kaugummi

dachte er ist doch zu wenig für die all die Kinder die da herumstanden. Trotzdem sah er die Augen der Kinder strahlen. Er dachte: "Nur 30 Cents kostet es, diese Kinder in den 7. Himmel zu versetzen". Er erzählte den Kindern, daß er am nächsten Tag wieder kommen würde und beim Anflug Süssigkeiten abwerfen würde. Die Kinder wollten wissen, wie sie ihn erkennen sollen. Gail antwortete ihnen, er würde mit den Flügeln wackeln. Während der Nacht bastelte er aus seinen Taschentüchern kleine Fallschirme und band Süssigkeiten daran. Am nächsten Tage warf er seine Fallschirme an denen Süssigkeiten baumelten beim Anflug aus dem mit den Tragflächen wackelten Flugzeug. Die Kinder waren außer sich vor Freude und jeden Tag versammelten sich mehr Kinder am Zaun. Die Kinder schickten nun Briefe mit Wünschen an Onkel Wackelflügel (uncle Wiggly- Wings), wo er auch Fallschirme abwerfen sollte, an den Flughafen Tempelhof. Nachdem immer mehr Brief ankamen, bekam natürlich auch die militärische Führung von Gails Aktivitäten mit.

Man war natürlich verärgert, aber andererseits stärkten die Zuckerstückchen die Moral

in hohem Maße, nicht nur der Kinder, sondern auch der beteiligten Soldaten. Aus den bescheidenen Anfängen entwickelte sich "Operation Little Vittles", in deren Rahmen die

Kinder von Berlin mit Süssigkeiten versorgt wurden. Süssigkeiten und Taschentücher wurden in allen militärischen Einrichtungen in den Vereinigten Staaten gesammelt und nach Frankfurt geschickt. "Schicken Sie uns ein Taschentuch und wir spielen ihnen ihr Lieblingslied", versprachen viele Radiostationen in der USA und bald kamen 5 Postsäcke

täglich an Taschentüchern zusammen. Während der Luftbrücke wurden 22 Tonnen Süssigkeiten gespendet und aus der Luft abgeworfen. Tausende von Dankesbriefen wurden an Gail geschickt, viele einfach an den "Bonbon-Bomber" (the Candy Bomber),

den "Schokoladen-Piloten" (the Chocolate Pilot) oder " Onkel Wackelflügel"(uncle Wiggly Wings) adressiert. Noch heute hat Gail Halvorsen einen Platz in den Herzen der Berliner.

Für den heute 93 jährigen Gail S Halvorsen ist Deutschland/Berlin seine zweite Heimat.

 

Am 12. Mai 1949 beendete die Sowjetunion die Blockade in Berlin.

Der Berliner Bürgermeister Ernst Reuter sagte damals:

"Die Aufhebung der Blockade ist der größte Sieg, den wir seit jahren errungen haben. Die Berliner haben den Frieden gerettet, denn wäre Berlin gefallen, gäbe es heute keinen Frieden in der Welt."

 

Am 30. September 1949 wurde die Berliner Luftbrücke beendet.

 

Während der Luftbrücke waren über die drei Berlin Flughäfen Tempelhof, Tegel und Gatow bei insgesamt 277.728 Flügen 2.326.205 Tonnen Versorgungsgüter in die Stadt gebracht worden.

 

                       76 Piloten haben dabei ihr Leben verloren.

                                Wir wollen ihnen gedenken.

 

Im Juni 1949 wird der Platz vor dem Flughafen Tempelhof in "Platz der Luftbrücke" umbenannt.

 

Am 10. Juli 1951 wird auf dem Platz der Luftbrücke das Luftbrücke Denkmal enthüllt.

Im Volksmund wird das Denkmal die "Hungerharke" genannt.

 

Von 1953 bis 1958 wurden mit der Kinderluftbücke Berliner Kinder nach USA, England und nach Westdeutschland geflogen.

 

Am 26. Juni 1985 wurde eine Kopie des Luftbrücke Denkmal, auf der Rhein Main Air-Base in Frankfurt, zur Erinnerung, daß diese Air Base eine wichtige Rolle während der Luftbrücke gespielt hat, eingeweiht  Das Denkmal wird an den Flanken von einer C-47 und einer C-54 vervollständigt.

Der 1984 gegründete Verein "Luftbrücke Chapter of the Airlift Association e.V. hatte

fast 1 Million DM für den Bau gesammelt.

 

Eine dritte, kleine Kopie des Denkmals wurde am 24.Juli 1988 in Celle eingweiht.

 

Die vierte, kleinste Kopie steht auf der Scott  Air Force Base in Illinois. Sie ist Teil der

Airlift/Tanker Hall of Fame Memorial (Halle zum Ruhm der Luftbrücken) und wurde am

29. Mai 1991 eingeweiht.

 

 

 

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